RAINER SCHNURRE: „Künstlerische Biografie-Arbeit” im „RAUM für SOZIALKUNST”

„Sozialkunst-Gestaltung“

Rainer Schnurre: Sozialkunst-Gestaltung

Vorankündigung:

Erscheint voraussichtlich im Mai 2016.

Rainer Schnurre

Sozialkunst-Gestaltung

Soziale Meditationen
Wegbereiter werdender Gemeinschaft
ISBN: 978-3-89979-…-.
Verlag Ch.Möllmann

Aus der Kunst - durch die Kunst - mitten im Sozialen
und die brennende „Soziale Frage“

Wer mutig, mit anteilnehmendem Ernst, in das soziale Leben der Gegenwart schaut und dieses mit der Vergangenheit in Beziehung setzt, wird anerkennen müssen, daß die „Soziale Frage“, als eine überaus bedeutende, aber ungelöste Frage, ihm entgegentritt.

Sozialkunst-Gestaltung stellt sich unbefangen, mit möglichst großem Frageernst, den sozialen Fragen und bricht, wenn es notwendig erscheint, auch ein gesellschaftliches oder unausgesprochenes Tabu, indem sie dieses zur Sprache bringt.

Sozialkunst-Gestaltung ist eine auf das praktische Leben zielende Herangehensweise, die dabei zu künstlerischer Selbstschulung anregt, um nach und nach zu einer viel feineren sozialen Wahrnehmungssensibilität fähig zu werden.

In der Sozialkunst-Gestaltung gehen wir von Phänomenen aus, das heißt nicht von Theorien. Ein Phänomen spricht sich selbst aus. Indem nun der Mensch sein waches Bewußtsein mit unvoreingenommenem Interesse auf das Soziale richtet und dieses mit Wohlwollen tut, wird es ihm möglich, seine Aufmerksamkeit auf die „Erscheinung“, auf das soziale Phänomen zu lenken und sich von diesem belehren zu lassen. So eröffnet sich die Möglichkeit zu einem tieferen Verstehen der sozialen Prozesse. Ohne jenes tiefere Verstehen müßte Vieles in üblicher, meist unverstandener Kritik stecken bleiben.

Der heutige Mensch ist oft nur noch darauf bedacht, was ihm nützt und wie er sich dabei fühlt. So weiß er aber nur etwas sehr Begrenztes über sich und nichts über die Welt, vor allem aber auch nichts von seinem Nächsten, dem Anderen, der er aber, auf den anderen bezogen, doch selbst ist.

Die zentrale Forschungsrichtung in der Sozialkunst-Gestaltung lautet: Was geschieht im „Zwischen-uns“? - Sie fragt weiter nach dem Wie? Und: Warum kommt es - zwischen uns - nicht (bis) zur Sprache?

Sozialkunst-Gestaltung entzündet sich immer wieder neu in und am Leben. Sie will durchgetragen werden, durch jede Niederlage, jeden Mißerfolg und jede Art der Ablehnung hindurch. Wenn diese Prozesse auch von Schmerzen seelischer Art begleitet sind, so können sie wiederum bewußt angeschaut und zu aufbauenden Kräften umgewandelt werden.

Durch die bewußte Überwindung von Niederlagen, Mißerfolgen und Ablehnungen hindurch entwickeln sich notwendig neue schöpferische Kräfte. - Denn: Jede Niederlage, die überwunden wird, ist auch ein Sieg. Jedes überwundene Defizit ist auch ein Gewinn. Jedes Scheitern birgt auch ein Gelingen in sich. Selbst Ablehnung setzt Anerkennung voraus. Mißerfolge bilden die Grundlage zum Erfolg. Schmerz ruft Bewußtsein hervor, wer wollte also auf dieses verzichten?

SOZIALKUNST - GESTALTUNG

Zu der Umschreibung: „Sozialkunst-Gestaltung“ habe ich mich, nach etwa 20jähriger Beschäftigung damit, entschieden. Damit soll angedeutet werden, daß es nicht nur so ein Wort ist wie eine leere Hülse.

Das Wort, als Wort-Bild, will auch schon etwas aussagen: Sozialkunst ist zusammengeschrieben, weil beide eine Einheit bilden. Damit ist hingedeutet auf Wesentliches, auf die Möglichkeit eines schon künstlerischen Umgangs im Sozialen, von Anfang an und auf das Wie im Zwischen-uns.

Zwischen Sozialkunst und Gestaltung ist eine Lücke, ein Abgrund. Es ist damit auf den Abgrund im Zwischen-uns gewiesen. Ist dieser Abgrund zu überwinden? - Ja, künstlerisch. - Die ausgeübte Kunst führt, als Brücke (der Bindestrich), zur freieren Gestaltung des Lebens, des Raumes im Zwischen-uns. Dieser unsichtbare Raum zwischen uns und die Prozesse, die in ihm erscheinen, können auch phänomenologisch beschrieben werden.

In der Sozialkunst-Gestaltung spricht der Mensch zum Anderen nicht über das Soziale, sondern aus dem Mitten-im-Sozialen-Stehen heraus. Sozialkunst-Gestaltung ist keine Methode und wird auch keine werden. Im Sozialen darf es keine Methoden geben. Gibt es sie aber trotzdem und es gibt sie, so bewirken diese Methoden gerade nicht Soziales, sondern entfesseln Zerstörerisches. Im Sozialen angewandte Methoden stellen ein Abtötendes im Lebendigen des sozialen Organismus, in der Seelen- und Geistsphäre desselben dar. So macht man Kunst zu Kunststoff. - Deshalb kann auch die Vermittlung einer Sozialkunst-Gestaltung nicht losgelöst vom Vermittelnden geschehen. Er befindet sich immer schon in dem, worüber er aufklären will, wenn er das Soziale - mit anderen - zur Sprache bringt.

Themenschwerpunkte: (Auswahl)

Wie gestaltet sich die Selbstschulung im Sozialen? / Von Urphänomenen im Sozialen / Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit / Team, Gruppe, Gemeinschaft / Kollegium und die Chef-Frage / Gemeinschaftsunfähigkeit und ihre Überwindung / Individualität und Gemeinschaft / Individualität, Staat und Gesellschaft / Individualität - Volk - Menschheit / Globalisierung und Individualisierung / Rudolf Steiner und die „Dreigliederung des sozialen Organismus“ / Organismus - Psychismus - Pneumatismus / Das „Soziologische Grundgesetz“ und das „Soziale Hauptgesetz“ / Die UNO-Menschenrechte und ihre notwendige Erweiterung / Von der überfälligen Überwindung alles Nationalen / Toleranz und ihre Masken / Vom notwendigen Zusammenklang: Westen - Mitte - Osten / Zeitgemäße Prophylaxe-Arbeit: Abhängigkeit, Sucht und ihre Überwindung / Vom Idol und seiner Idolisierung und vom Vorbild zum Urbild / Die Gewalt- und die Macht-Frage im Zwischen-uns / Der Selbst-Schulungs-Prozeß, der künstlerische Prozeß, der soziale Prozeß / Die freie Tat wird Notwendigkeit / Von der Notwendigkeit geläuterter Gefühle / Unbefangenes Selbst-Denken / Von „Werdender Gemeinschaft“ und der Kunst ihre Gegenbilder zu erkennen / Vom „Haus für Sozialkunst“ (siehe dort)

In welchen Lebensbereichen wird „Sozialkunst-Gestaltung“ eingesetzt?

Sozialkunst-Gestaltung ist sowohl beruflich, als auch privat anwendbar. Das heißt, sie bezieht sich auf die beiden großen Lebensfelder: Zusammenarbeit und Zusammenleben.

Sozialkunst-Gestaltung kann überall dort hilfreich angewendet werden, wo immer Menschen sich begegnen, sei es im Berufsleben, in der Familie, Ehe, Partnerschaft und Freundschaft.

Wo kann „Sozialkunst-Gestaltung“ nützlich sein?

Sozialkunst-Gestaltung kann förderlich eingesetzt werden an allen Orten und in allen Bereichen, wo ein sozialer Organismus soziale Wandlungen durchzumachen hat, um gesund zu werden oder um gesund zu bleiben. Dabei ist mancher soziale Organismus längst erkrankt, oft weitgehend unbemerkt, der längst einer sozialkünstlerischen Therapie bedürftig wäre.

Die Zukunftsperspektive der „Sozialkunst-Gestaltung“

So wie es uns heute ganz selbstverständlich erscheint, daß es Schulärzte in Schulen und in Fabriken Werkärzte gibt, brauchen wir längst für die Bereiche der Zusammenarbeit und den sozialen Umgang im Miteinander, für das Zusammenleben, eine „Sozialärztin“, einen „Sozialarzt“, als SozialkünstlerIn. Solche „Sozialärzte“ werden KünstlerInnen, werden HeilkünstlerInnen im Sozialen werden ... Aber nicht der schönen Worte nach, sondern entsprechend ihrer Fähigkeiten.

Wo werden ausgebildete SozialkünsterInnen zukünftig wirken?

Ausgebildete SozialkünstlerInnen sollen in der Lage sein können gesundende Impulse für einen konkret erkrankten sozialen Organismus zu entwickeln. - Diese speziell ausgebildeten SozialkünstlerInnen fühlen sich voll verantwortlich für das Wohlergehen des gesamten sozialen Organismus, den sie zu betreuen haben. Sie sind souveräne AnsprechpartnerInnen für alle in diesem sozialen Organismus arbeitenden und lebenden Menschen. Sie bringen, auf Grundlage einer sich erarbeiteten „Sozialkunst-Gestaltung“, kreativ gestaltend, wieder in Fluß, was gehemmt ist oder in Unruhe, sie bringen zur schöpferischen Ruhe, was aufgeregt war.

Es wird Zeit, daß wir uns Zeit nehmen, den Ernst der Lage zu erfassen.

Es wird Zeit, daß wir die erkrankten sozialen Zusammenhänge, das erkrankte Zwischen-Uns, tatsächlich ernst zu nehmen. Es sollte auch keine Zeit mehr sein für blendende Hochglanzbroschüren mit markigen Sprüchen über das Soziale. Dadurch wird kein einziger sozialer Organismus gesunden. Immer sind es konkrete Fähigkeiten von konkreten Menschen, die zur Gesundung beitragen, aber auch unsere Unfähigkeiten, die zu dessen Erkrankung führen.

Im Sozialen geht es in erster Linie gerade nicht darum, wie man sich darzustellen weiß, was heute zu Unrecht oft gefordert wird, zumindest nicht dort, wo Wahrhaftigkeit noch geschätzt wird. Es geht im sozialen Miteinander vielmehr darum, was ich nicht kann und was ich kann und was der andere Mensch kann und was er nicht kann, um sich von dort aus auf den gemeinsamen Weg zu begeben für Wandlungen im Miteinander zu sorgen.

Sozialkunst-Gestaltung wird sich zu einer zeitgemäßen Herangehensweise entwickeln, um zu immer wieder neuen Wegen dynamischer Gesundung der sozialen Organismen beizutragen, durch aktiven Friedenswillen, durch tatsächlich geübtes Wohlwollen, durch wirklichkeitsgemäße Einsicht in soziale Prozesse und durch künstlerische Selbstschulung. Es geht um Aufklärung in konkrete soziale Zusammenhänge. Solche erweiterten Einsichten sind für jeden Menschen heute sozial Not wendend. Weiteres wird sich dann schon daraus entwickeln lassen ...

Zum Schluß ein Wort zum Geld

Man mag Geld einsparen wollen, wo und so viel man nur will. - Die zusätzliche Einstellung, eines in Sozialkunst-Gestaltung Geschulten, mit einer vollen Stelle - nicht weisungsgebunden und nicht weisungsberechtigt, sondern nur beratend, würde schon heute eine der weitsichtigsten Einsparungen in selbstverwalteten Schul- und Heimorganismen darstellen, selbstverständlich auch in jeder entsprechend großen Firma. - Solche Menschen bringen soziales Kapital = Fähigkeiten mit, die mit der Zeit einen sozialen Klimawandel hervorrufen würden. Schon lange steht ein solcher sozialer Klimawandel auch gesellschaftlich an. - Es bleibt zu hoffen, daß Verantwortliche, die auch die Möglichkeiten haben etwas zu entscheiden, dies durchschauen werden.